Geschichte

Rosensträter OHG
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Auf die Frage nach dem Gründer und dem Gründungsdatum, gibt es keine genauen Angaben. Wahrscheinlich war mit der seit dem 17. Jahrhundert urkundlich erwähnten Markköterei Rosensträter immer schon handwerkliche Arbeit mit Holz verbunden. An dem Fachwerkgiebel eines alten Bauernhauses steht der Name Meister Rosensträter.




Durch mündliche Überlieferung ist die Ausübung des Tischlerhandwerks ab Mitte des 19. Jahrhunderts belegt. Der Uhrgroßvater der jetzigen Inhaber, Johann Heinrich Rosensträter, 1858 – 1940 hat gewusst, dass sein Großvater namens Lübbrecht genannt Rosensträter, als Tischler gearbeitet hat.



Die Möbeltischlerei als renommierter Handwerksbetrieb datiert seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Jahre 1900 wurde eine neue größere Werkstatt mit einem darunter befindlichen Holzlager errichtet. Der genannte Johann Heinrich Rosensträter fertigte mit seinen drei Söhnen eichene Möbel im Stil des Neo-Barock und Neo-Renaissance an, die in den Häusern der größeren Bauern und der Dorfhonorationen ihren Platz fanden. Einige davon werden noch bis heute in Ehren gehalten. Die beiden älteren Söhne legten schon im Jahre 1911 und 1913 ihre Meisterprüfung im Tischlerhandwerk ab.



Ein schwerer Einschnitt war der erste Weltkrieg von 1914 – 1918. Alle drei Söhne mussten an die Front, wo dann der jüngste Sohn Heinrich, der das Bildhauerhandwerk erlernt hatte, gefallen ist. Der ältere Sohn Franz ging nach Kriegsende zum Studium nach Münster und später als Ingenieur zur Deutschen Reichsbahn.

Einen Neuanfang machte der zweite Sohn, Matthias Rosensträter, als dieser 1919 den Betrieb übernahm. Er erweiterte die Werkstatt um  einen Maschinenraum, als die Elektrizität ins Dorf kam und installierte die ersten Tischlereimaschinen. Die maschinell vorgearbeiteten Teile wurden aber immer noch an den 5 Hobelbänken zu Möbeln zusammengebaut. Er begann auch mit der Furniertechnik. Die erste Furnierpresse war eine Selbstanfertigung, wie teils auch andere Maschinen. Ein Glanzjahr der sonst von Inflation und Wirtschaftskrise geschüttelter Zwischenkriegszeit war das Jahr 1928, als achtmal ein „Brautwagen“ vor der Werkstatt stand, um die, für die als sogenannte Aussteuer, gefertigten Möbel abzuholen. In den darauf folgenden Jahren ging die Arbeit jedoch wieder zurück.



Im Jahre 1938 begann der zweite Weltkrieg. Die drei Söhne des Matthias Rosensträter wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Der zweite Sohn Konrad, der Tischler gelernt hatte, geriet nach zweimaliger Verwundung am Kriegsende in russische Gefangenschaft. Der ältere Sohn Heinrich und der jüngste Sohn Franz-Josef kehrten jedoch glücklicher Weise bald nach Kriegsende zurück, und halfen bei der Arbeit, die gekennzeichnet war durch Reparaturarbeiten aller Art, unter anderem auch Spinnräder, und die Anfertigung von Schlitten und Skiern. Im November des Jahres 1947 brannte die Werkstatt samt allen Holzvorräten ab, ein halbes Jahr vor der Währungsreform- ein schwerer Schlag.






Dass die Entscheidung getroffen wurde noch einmal neu anzufangen, war hauptsächlich der Verdienst des älteren Sohnes, Heinrich Rosensträter, der seinen Vater maßgeblich beeinflusste und zur Seite gestanden hat. Aber auch der jüngere Sohn, Franz Josef und die Tochter Katharina halfen durch ihre Mitarbeit.

So entstand in zweijähriger Bauzeit eine größere Werkstatt gegenüber der Alten. Für diesen Platz und den zügigen Wiederaufbau setzte sich wiederum der ältere Sohn besonders ein, der aber nicht die Nachfolge antrat, als der zweite Sohn Konrad, gelernter Tischler, Ende 1949 aus russischer Gefangenschaft heimkehrte.


Dieser, Konrad Rosensträter, übernahm den Betrieb nach Absolvierung der Meisterprüfung im Jahre 1954 und führte ihn bis 1991. Nach schwierigen Anfangsjahren brachte er die Tischlerei Rosensträter zu neuer Blüte. Fertigte man in den fünfziger Jahren noch vorwiegend Möbel, so wechselte man in den sechziger fast ganz zu Bautischlerarbeiten.